Wie viele Lochkarten bräuchte man, um das Spiel Doom mit einem Computer aus dem Jahr 1970 zu spielen?
Idee
Es gibt viele verschiedene Speichermedien, die sich im Wandel der Zeit immer weiter verändert haben. Dabei hat sich ihre Größe verringert, während sich die Speicherkapazität rapide erhöht hat. Mehrere hundert Gigabyte passen mittlerweile ganz bequem auf einen kleinen USB-Stick. Früher hatte man diesen Luxus nicht. In den 1970er-Jahren wurden Dinge auf einer Lochkarte gespeichert. Das war buchstäblich nur ein Stück Papier mit Löchern. Ein Loch, bzw. die Abwesenheit dessen hat einen An/Aus Zustand signalisiert. Weil so ein Stück Papier nicht unendlich groß ist, passte da nur 80 Byte drauf.
Da stellt sich jetzt natürlich jedem automatisch die Frage: Wie viele von diesen Lochkarten bräuchte man, um das Spiel “Doom”, veröffentlicht 1993, auf Lochkarten zu speichern?

Hollerith-Lochkarte
Berechnung
Die erste Version von Doom hatte eine Speichergröße von ungefähr 368 MB, was 368000000 Byte entspricht. Wie hoch die Speicherkapazität einer Lochkarte ist, kann man pauschal nicht genau sagen. Wir gehen einfach von 80 Byte aus, was den damaligen Lochkarten recht nahe kommt. Wenn wir jetzt also wissen wollen, wie viele Lochkarten man benötigt, um Doom zu speichern, rechnen wir folgendermaßen:
368000000 / 80 = 4600000
Wie viel ist das in Fußballfeldern?
Die Anzahl der Bytes von Doom geteilt durch die Speicherkapazität einer Lochkarte ergibt also 4.600.000. So viele Lochkarten braucht man.
Klingt relativ beeindruckend. Noch beeindruckender wird es, wenn man das ganze in eine physische Größe umrechnet. Eine Lochkarte nach dem Design von Herman Hollerith hat die Maße 187 mm mal 83 mm. Damit hat die Karte eine Fläche von 155,21 cm².
Multipliziert man diese Fläche mit der Anzahl der Lochkarten, erhalten wir folgendes:
4600000 * 155,21 = 713966000 (71.396,6m²)
Diese Fläche kann man mit der Größe von ca. 10 Fußballfeldern vergleichbar oder auch 0.00277835% der Fläche des Saarlands.
Fazit
Lochkarten sind ein sehr interessantes und für heutige Verhältnisse sehr ineffizientes Speichermedium. Ich persönlich wäre bereit 10 Fußballfelder im Saarland dafür zu opfern, um Doom auf diesem Papier zu speichern. Wieder was dazugelernt!